Korrektorat der Betriebsanleitung eines Elektroautos (BEV)

Case Study

Elektrofahrzeuge gehören mittlerweile zum Straßenbild. Sie sind für mich zwar noch recht ungewohnt, aber nicht mehr die absoluten Exoten auf dem Asphalt. So war es nur eine Frage der Zeit, bis auch ich erste Erfahrungen mit Elektroautos machen würde. Allerdings nicht hinter dem Steuer. Einer meiner langjährigsten Kunden, ein Unternehmen aus der Technischen Dokumentation, kam auf mich zu. Es ging um die Betriebsanleitung eines batterieelektrischen Fahrzeugs (BEV)  Um den hohen Qualitätsansprüchen des Endkunden und seiner Kundinnen und Kunden gerecht zu werden, sollte die Betriebsanleitung auf korrektes Deutsch, die Einhaltung eine langen Liste redaktioneller Vorgaben und die Verwendung übersetzungsgerechter Formulierungen überprüft werden.

Modulbasierte Redaktionssysteme
Die Betriebsanleitung war modular aufgebaut. Das heißt, dass der Text aus vielen einzelnen Bausteinen, die in einem Redaktionssystem erstellt werden, zusammengebaut wird. Die Krux dabei: Die Module müssen stimmen und den Redaktionsvorgaben entsprechen. Leider war das hier nicht der Fall. Hunderte Module nachträglich auf den neuesten Stand zu bringen, ist allerdings alles andere als ein Kinderspiel und von den Technischen Redakteuren kaum allein zu stemmen. Die Anleitung musste aber raus, und zwar schnell. Die Lösung: ein professionelles externes Korrektorat im PDF mit anschließender Aktualisierung der betroffenen Module. Das Ziel: ein einheitlicher, verständlicher und übersetzungsgerecht formulierter Text, der den aktualisierten Vorgaben voll entspricht. Mein Kunde wusste, wen er für diese Aufgabe ansprechen konnte. Sie ahnen es.

Der Computer ächzt
Ich wurde mit dem Korrektorat der 500 Seiten starken Betriebsanleitung betraut, die mir als einzelne(!) PDF-Datei zur Verfügung gestellt wurde. Änderungen mussten mit den verschiedenen Kommentarfunktionen von Adobe Acrobat gekennzeichnet und einer vorgegebenen Fehlerkategorie zugeordnet werden. Zu prüfen war unter anderem:

  • Verwendung verbotener Benennungen
  • Einheitliche Terminologie
  • Vorgabengemäßer Aufbau von Bedingungssätzen mit „wenn“
  • Korrekte Verwendung von Artikeln in Fließtext und Anweisungen
  • Knappe Formulierungen
  • Prüfung auf Rechtschreibung, Grammatik, Zeichensetzung und Silbentrennung
  • Klare Satzbezüge
  • Verwendung von metrischen und imperialen Maßeinheiten

So wuchs die Kommentarspalte behutsam um mehrere Einträge pro Seite an. Nach etwa 800 Kommentaren flutschte auch die kommentarinterne Suche nicht mehr ganz so geschmeidig wie zuvor. Aber da musste mein Rechner durch. Und ich muss sagen, er hat es gut hinbekommen.

Die Mühe lohnt sich
Die Betriebsanleitung wurde von mir eingehend geprüft. Und es hat sich wahrlich gelohnt. Mehr als 1350 Änderungsvorschläge! Klingt viel, verteilt sich aber recht überschaubar auf die 500 Seiten. Am wichtigsten aber: Die vom Kunden gewünschte Textqualität in Hinblick auf Redaktionsvorgaben, Lesbarkeit und Übersetzbarkeit wurde erreicht. Ohne eingehende Qualitätssicherung durch ein professionelles Korrektorat undenkbar.

Projektübersicht in Zahlen
  • Projektzeitraum: November 2020
  • Gegenstand: Betriebsanleitung eines batterieelektrischen Fahrzeugs
  • Umfang in Seiten: 500
  • Prüfung auf ca. 40 verschiedene Vorgaben
  • Fehlerkategorien: 10
  • Korrekturvorschläge: > 1350
  • Abgerechneter Zeitaufwand: 22,5 Stunden


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